BasengRößen und Basengestaltung

Aufgrund unterschiedlicher Regelsysteme im Tabletop ist man als Spieler sehr häufig mit dem Thema „Basierung der Figuren“ konfrontiert. Will man ein neues Regelsystem testen, muss man häufig die Größe der Basen oder deren Gestaltung verändern, was enorm viel Arbeit bedeutet und worunter die Bemalung der Figuren leiden kann. Basen sind außerdem meist ein Kompromiss zwischen Optik und Funktion, es gibt dabei kein kategorisches falsch oder richtig, sondern nur einem individuellen Weg des persönlichen Geschmacks. Betrachten wir zunächst die Funktion von Basen.

Funktion

Die Funktion von Basen ist vielfältiger, als man vermuten würde. Zunächst helfen Basen den Figuren auf den unebenen Spielplatten nicht ständig umzufallen. Gerade bei leichten, einzelnen Plastikfiguren ist es deshalb nützlich, eher schwere Basen oder Basen mit großen Flächen zu verwenden.

Form und Größe der Basen werden in den jeweiligen Spielregeln meist genau definiert, da so z. B. die Größe der Einheit oder die Ausrichtung der Figuren verdeutlicht werden soll. Eckige oder rechteckige Basen zeigen dem Spieler zum Beispiel exakt, wo bei einer Einheit vorn und hinten bzw. rechts und links ist. So kann bestimmt werden, wo der Sichtbereich liegt. Runde Basen verwendet man daher eher bei kleinen Plänklergefechten, bei denen man davon ausgeht, dass eine Figur ständig einen 360 Grad Sichtfeld besitzt. Natürlich kann man bei runden Basen auch Markierungen anbringen, welche die Ausrichtung der Figur verdeutlichen.

Einige Spieler benutzen auch unterschiedliche Basenformen für ein einziges Regelsystem. Das hat den Zweck, dass man so z. B. unterschiedliche Funktionen von Figuren oder Einheiten darstellen kann. Manche Tabletop-Spieler verwenden beispielsweise für Kampftruppen eckige Basen und für Kommandeure runde Basen.

Bei Spielen mit sehr vielen Figuren, also z. B. großen Schlachten, ist es üblich, mehrere Figuren auf einer Base zu platzieren (Multibasen). Das spart enorm viel Zeit beim Spielen, da nicht jede Figur einzeln bewegt werden muss. Multibasen helfen also das Tempo im Spiel zu beschleunigen.

Auch die Fläche / Größe der Basen kann im Spiel eine Funktion übernehmen. Bei manchen Regelsystemen zeigen unterschiedliche Größen an, um welchen Truppentyp es sich handelt. Die Basengröße kann aber auch dazu genutzt, um anzuzeigen, welche Fläche (footprint) die Einheit auf einem Schlachtfeld / Spielfeld einnimmt.

Multibasen und Einzelbasierung

Gerade bei sogenannten Rank & File Epochen, also den Zeiten, in denen Einheiten in engen Formationen auf dem Schlachtfeld agierten, machen Mulitbasen Sinn. Manchmal möchte man aber auch nur einen kleinen Ausschnitt einer Schlacht dieser Epoche, ein Vorpostengefecht oder ein Kommandounternehmen nachspielen, dann steht man vor dem Problem, dass die Mulibasen ein „echtes“ Plänklergefecht verhindert. Die großen Basen verhindern außerdem den Einsatz der Figuren in engen Räumen, wie Gebäuden, befestigten Stellungen und Bunkern. Bei Spielen mit weniger Figuren basiert man diese aus den genannten Gründen meist einzeln, bei großen Schlachten auf Multibasen.

Unterschiedliche Beispiele für runde Einzelbasierung.

Multibasen sind aber nur ein Oberbegriff für eine Vielzahl von möglichen Formen und Größen. Multibasen müssen nicht zwangsläufig eckig, sondern können auch rund oder sogar unregelmäßig geformt sein. Multibasen können als große Einheit, mit vielen Figuren oder mit wenigen Figuren als Teil einer Einheit basiert sein. Üblich, vor allem bei großen Schlachten, ist es, für die Darstellung von einer Einheit 4 oder mehr Mulibasen zu verwenden. Das hat zwei Gründe. Ein Grund ist, dass man große Basen auf dem unebenen Tabletop-Spielfeld nur sehr eingeschränkt stellen kann. Hügel und Täler, die eng nebeneinander stehen, verhindern sogar, dass sich große Basen überhaupt platzieren lassen. Ein weiterer Grund ist die Darstellung von unterschiedlichen Formationen. So lassen sich die 4 oder mehr Mulitbasen einer Einheit unterschiedlich platzieren, also z. B. in einer Linie hintereinander oder nebeneinander, in mehreren Reihen hintereinander, Rücken an Rücken usw. Durch diese Kombinationen kann man beispielsweise Marschkolonnen, Angriffskolonnen oder Feuerlinien auf dem Spielfeld voneinander unterscheiden.

Beispiel – Field of Glory Napoleonic

Ich spiele das Regelsystem Field of Glory Napoleonic (FoGN) im Maßstab 1/72. Zum einen habe ich mich bei der Wahl der Basengrößen und Formen an die Vorgaben des Regelsystems gehalten, diese aber durch einige Variationen an meine Vorstellungen angepasst. Bei Field of Glory Napoleonic stellt eine Infanterie- oder eine Kavallerie-Einheit ein Regiment dar. Die Einheit kann dabei, abhängig von der Anzahl der Kombattanten, unterschiedlich groß sein (4 oder 6 Basen). Eine Infanterie-Base entspricht also rund 300 bis 500 Soldaten, eine Kavallerie-Base 125 bis 200 Reiter.

Oft bestand eine Einheit der Napoleonischen Kriege im Feld aus 2 Bataillonen (Infanterie) oder 4 Schwadronen (Kavallerie). Eine Infanterie Einheit, bestehend aus 4 Basen, stellt also ein Regiment mit 2 Bataillonen (1 Bataillon = 2 Basen) dar. Bei einer Kavallerie Einheit mit derselben Anzahl an Basen, steht eine Base jeweils für eine Schwadron. Eine Einheit Artillerie wird bei FoGN durch 2 Basen dargestellt. Jede Base steht dabei für eine Batterie, also 6 bis 9 Geschütze und deren Bedienungsmannschaft. Größere Batterien werden mit einer zusätzlichen, also 3 Basen aufgestellt.

Zwei Infanterie-Basen stellen ein Bataillon dar.

Grundsätzlich werden bei FoGN rechteckige Basen verwendet. Zum einen folgt diese Form dem Bild, welches sich dem Betrachter einer historischen Formation zeigt und zum anderen sind durch die vier Seiten des Rechteckes die Front, der Rücken und die beiden Flanken einer Einheit klar definiert. Aus spieltechnischen Gründen ist die Frontseite jeder Base immer 6 cm (beim Maßstab 1/72) breit.

Ich habe für den sogenannten „Ground Scale“ ein Verhältnis von 1/1000 gewählt. 1 cm auf dem Spielfeld entsprechen also 10 Meter auf dem Originalschlachtfeld. Ein französisches Infanterie Bataillon in Linienformation (500 Mann) hatte zur Zeit der Napoleonischen Kriege eine Breite von rund 125 Metern. Die 2 Basen, die im Spiel eine Bataillon darstellen, hätten nebeneinander eine Breite von 12 cm (6 cm Frontbreite pro Base), was laut „Ground Scale“ 120 Metern auf dem Originalschlachtfeld entsprechen würde. Eine preußische Schwadron Husaren (146 Reiter) hatte in Linie eine Frontbreite von 60 Metern, was wiederum mit den 6 cm = 60 Metern der Basen korrespondiert. Eine abgeprozte britische Batterie von 6 Geschützen hatte zwischen den Geschützen jeweils ein Intervall von 10 Metern. Also funktioniert auch hier der Groundscale von 1/1000.

Auf die Breite von 6 cm passen nebeneinander 4 Fußfiguren, 3 Reiter oder ein Geschütz mit Bedienung. Da meiner Meinung nach Infanteriebasen erst durch mehrere Glieder hintereinander überzeugend aussehen, habe ich mich für eine Basierung von 2 Gliedern pro Base entschieden. Die Tiefe der Basen richtet sich also nicht unbedingt nach dem Ground Scale und dem Regelsystem, sondern vor allem danach, wie man die Figuren darauf unterbringen kann. Aus diesem Grund sind die Kavallerie- und Artillerie-Basen auch deutlich tiefer, als die der Infanterie. Allerdings hatte eine Artillerie-Batterie, wenn man die abgestellten Protzen, Pferde und Munitionswagen sowie die Intervalle zwischen ihnen einrechnet, eine gesamte Tiefe von bis zu 400 Metern. So gesehen ist die Tiefe meiner Artillerie-Basen nicht übertrieben. Und so sehen die Basengrößen meiner Armeen für FoGN aus:

⦁ Infanterie: 6 (breit) x 3 (tief) cm / 8 Figuren in zwei Gliedern
⦁ Kavallerie: 6 (breit) x 4 (tief) cm / 3 Reiter nebeneinander
⦁ Artillerie: 6 (breit) x 8 (tief) cm / 1 Geschütz + 5 bis 7 Figuren

Neben diesen Standard-Basen, gibt es noch ein paar spezielle Varianten, wie Plänkler und aufgeprozte Artillerie. Bei den Plänkler bilden immer 2 Schützenpaare, also 4 Figuren eine Base, wobei die Größe der Infanterie-Base (6 x 3 cm) unverändert bleibt. Bei aufgeprozter Artillerie werden eigentlich beide Basen der Einheit hintereinandergestellt. Optisch ansprechender ist es, die Geschützbasen durch eine entsprechend große Base (6 x 16 cm) mit einer Protze und Pferdegespann zu ersetzen.

Links: aufgeprozte Artillerie / Rechts: „Line of Communications“

Für die Kommandeure verwende ich Rundbasen, damit diese schnell und eindeutig auf dem Spielfeld erkennbar sind. Außerdem benötigen diese Basentypen keine klar definierte Ausrichtung. Auch die Größe der Basen spielt eigentlich keine Rolle, sondern folgt nur praktischen Gesichtspunkten. Für den Oberbefehlshaber (Korpskommandeur) verwende ich eine Base von 6 cm Durchmesser mit 3 Figuren, für den Divisions-General eine 6 cm Base mit 2 Figuren und für den Brigade- bzw. Regimentskommandeur eine Rundbase mit 5 cm Durchmesser und einer Figur. Damit ich die Meldereiter / Adjutanten von den Brigade- bzw. Regimentskommandeuren unterscheiden kann (beide bestehen aus einer Reiterfigur), verwende ich für die Meldereiter rechteckige Basen (2 x 4 cm).

Die unterschiedlichen Kommandeure.

Hinzu kommen noch unterschiedliche Basen für Spielmarker. Für Marker, die den Moralzustand der Einheit darstellen, verwende ich Rundbasen mit Verwundeten (Disorderd)und Toten (Wavering). Für den Marker „Formation in Unordnung“ verwende ich einen Trommler oder Artilleristen (der z. B. Munition holt) auf Rundbase. Schließlich wird die sogenannte „Line of Communications“ einer Armee durch ein kleines Diorama dargestellt (9 x 9 cm).

Plänklerbase, Meldereiter und unterschiedliche Marker.

Trays

Will man mit denselben Figuren sowohl große Schlachten als auch kleine Gefechte bestreiten, benötigt man einen Kompromiss. In der Vergangenheit hat man häufig Figuren einzeln und auf eckige Basen gestellt. Eine große Einheit bestand dann aus vielen Einzelfiguren die nebeneinander und hintereinander auf große „Trays“ platziert wurden. Die Einzelfiguren waren also nicht fest mit der „Multibase“ verbunden. Mithilfe dieser Trays konnte man dann viele Figuren, wie bei den Mulitbasen, gleichzeitig bewegen. Zudem fungierten die einzelnen Figuren gleichzeitig als Lebenspunktmarker, die bei Gefechtsverlusten nach und nach entfernt wurden. Dieses System wurde im Laufe der Jahre noch erweitert. So stellt man beispielsweise heutzutage auch Einzelfiguren mit runden Basen auf eckige Trays. Durch dieses System kann man also die Figuren auch einzeln für kleine Gefechte und als Einheiten bei großen Schlachten einsetzten.

Bei „A Song of Ice and Fire“ werden die Einzelfiguren auf runden Basen geliefert. Die Trays sind aber aus spieltechnischen Gründen rechteckig. Man erkennt gut die abgeschrägten Kanten. Durch die Einbuchung in den Kantenseiten (die sind auf beiden Seiten) kann man das Tray besser mit den Fingern greifen.

Ein großer Nachteil der einfachen Trays ist die Standfestigkeit der Figuren. Schiebt man den Tray über eine Unebenheit oder hält den Tray nicht waagerecht, kann es passieren, dass die Figuren aus dem Tray fallen. Um eine gewisse Standfestigkeit der Figuren zu gewährleisten, müssen die Trays deshalb relativ hoch sein. Nur so stehen die Figuren sicher und die „unschönen“ Basenränder der Figuren verschwinden im Tray. Nachteil ist dann aber wiederum der sehr hohe „unschöne“ Rand der Trays. Abhilfen schaffen dabei Metallbasen und Magnete in den Trays, die ein herausfallen der Figuren verhindern können. Wie erwähnt, bleibt bei den Trays aber die eingeschränkte Spielbarkeit auf unebenem Gelände und auch eine Darstellung von unterschiedlichen Formationen ist nicht möglich.

Ein Beispiel für eine Einheit mit quadratisch basierten Einzelfiguren.

Basenhöhe

Zum Anschluss der Theorie noch ein paar Sätze zum Thema Basenhöhe. Optisch ansprechender sind sehr flache Basen, die aufgrund der geringen Höhe quasi mit der Spielplatte verschmelzen. Man sieht so kaum die optisch auffälligen Kanten der Basen. Solche flachen Basen lassen sich allerdings nur für feste Multibasen und nicht für Trays herstellen, da man bei Trays die Figuren immer in Vertiefungen stellen oder Magnete in der Base versenken muss. Ein großer Nachteil der flachen Basen liegt allerdings in der Handhabung. Durch die praktisch nicht vorhandenen Kanten muss die Mulitbase an den Figuren angehoben werden, denn nur ab einer bestimmten Höhe kann man die Base noch an den Kanten greifen. Durch diese Handhabung leiden die Figuren natürlich, Teile verbiegen, brechen ab, Farbe wird abgenutzt oder durch Hautfett beschädigt. Zudem wird ein Anfassen an der Base häufig durch abgeschrägte Kanten erschwert. Die abgeschrägten Kanten sind ebenfalls der Optik geschuldet und haben eigentlich keinen praktischen Nutzen. Sie werden deshalb meist nur bei sehr hohen Basen und Trays verwendet. Also auch bei den Basenhöhen gilt es, einen guten Kompromiss zu finden.

Beispiel – flexible Multibasen

Mein Kompromiss zwischen Einzelfiguren und Multibasen ist ein Weg, der mehrere der genannten Ansätze vereinigt. Als Beispiel will ich meine Armee des French and Indian War heranziehen. Für diese Armee verwende ich 28 mm Figuren und ganz unterschiedliche Regelsysteme, die große Schlachten und kleine Gefechte abdecken. Meine Truppen bestehen deshalb teilweise aus einzeln basierten Figuren, die für große Schlachten auf Multibasen gestellt werden. Die andere Hälfte besteht aus Figurengruppen, die fest auf einer Multibase angebracht sind. Natürlich könnte man auch alle Figuren einzeln basieren, ich benötige jedoch für kleine Gefechte maximal ein Viertel meiner Truppen und die Multibasen sind deutlich einfacher in der Herstellung, sehen etwas besser aus und ihre Handhabung ist unkomplizierter.

Als Material für die Einzelbasierung verwende ich Münzen, meist 5 Cent bei 28 mm Figuren. Diese Münze „befestige“ ich mithilfe von Mikromagneten auf den gestalteten Multibasen. Die Basen der Einzelfiguren verschwinden dabei nicht wie häufig üblich in der Multibase, sondern werden direkt auf die Oberfläche gestellt. Betrachtet man eine so basierte Einheit aus der sogenannten Tabletop-Entferung (eine Armlänge), fallen die Ränder der Einzelbasen kaum auf, da diese durch die Gestaltung der Multibase verdeckt werden. Die Multibasen sind bei meinen Armeen quadratisch und haben eine Größe von 4 x 4 cm für Infanterie. Diese Größe hat sich mittlerweile bei den meisten Tabletop-Spielern für 28 mm Figuren fest etabliert. Bei dieser Größe lassen sich bequem 4 Figuren, je 2 neben und hintereinander, platzieren, diese Basengröße passt sich wunderbar unebenem Gelände an und fast jedes Regelsystem lässt sich mit dieser Größe spielen.

Herstellung

Kommen wir nun zum praktischen Teil, also zur Herstellung und Gestaltung der Basen.

Material – Einzelbasen

Als Trägermaterial für Einzelfiguren verwende ich Münzen (man kann stattdessen auch Unterlegscheiben verwenden). Zum einen sind die meisten Münzen magnetisch (wichtig für meine Multibasen) und zum anderen hilft das Gewicht der Münze bei der Standfestigkeit der Figuren auf dem Spielfeld. 5-Cent-Münzen sind ideal für 28 mm Figuren, 1- und 2-Cent-Münzen für 1/72 Miniaturen. Weiteres Material sind kleine Steinchen, sehr grober Sand und einfacher Sand. Man sollte nur bei ganz bestimmten Darstellungsformen feinen Sand, wie Vogelsand verwenden, da dieser für die Bemalung kaum Struktur bietet. Gut geeignet ist Sand vom Strand oder aus der Sandkiste. Siebt man diesen Sand, erhält man feinen und sehr groben Sand, beide Sorten werden wir verwenden. Auch die erwähnten kleinen Steinchen kann man überall sammeln oder günstig im Aquarien-Center kaufen. Je nachdem, welche Armee, Region oder Jahreszeit dargestellt werden soll, benötigt man unterschiedliches Grasstreu, fertige Grasbüschel oder eine Kombination aus beidem. Viele verwenden auch zusätzlich Gestaltungselemente wie Zäune, Mauern, Baumstämme oder Blumen. Das ist allerdings Geschmackssache und ich würde lieber darauf verzichten, da so die einzelne Figur oder Multibase zwar eindrucksvoll aussehen aber diese Gestaltungselemente auf dem Spielfeld eher störend wirken.

⦁ Münzen / Unterlegscheiben
⦁ Fugenleim
⦁ kleine Steinchen
⦁ grober Sand
⦁ Sand
⦁ Pinsel
⦁ Grasstreu / Grasbüschel

Herstellung Einzelbasen

Auf die Münze klebe ich zunächst die unbemalte Figur. Der Klebstoff ist hier nicht wichtig, da die Figur nur für den weiteren Prozess fixiert werden soll, es kann also ein relativ günstiger Klebstoff verwendet werde. Ich benutze meist Ponal Fugenleim (sehr günstig, aber lange Trockenzeit), Uhu oder Pattex. Ist der Kleber getrocknet, bringe ich auf der gesamten Oberfläche eine dicke Schicht Ponal Fugenleim mit einem leicht feuchten Pinsel auf. Der Leim muss vorsichtig rund um die Figur verteilt werde, wobei man darauf achten sollte, dass kein Leim auf die Figurenoberfläche gelangt. Unzugängliche Stelle kann man manchmal besser mit einem Zahnstocher erreichen. Nur bei der Verwendung von Weißleim verbinden sich alle Elemente zu einer gleichmäßigen Schicht, die auch die ursprüngliche Kante der Figurenbase überdeckt. Das hat viel mit der zähflüssigen Konsistenz des Klebstoffs zu tun. Bei zu dünnflüssigem Kleber oder Leim liegen die Sandkörner quasi direkt auf der Oberfläche, was sehr unnatürlich wirkt. Steine sind nämlich meist teilweise im Erdreich vergraben und ragen oft nur zur Hälfte aus dem Boden. Um diesen Umstand darzustellen, muss man die kleinen Steine quasi einbetten. Nach dem Auftragen des Leims platziert man deshalb zunächst einige größere Steinchen, dann ein paar Brocken groben Sand und schließlich streut man flächig „normalen“ Sand über die komplette Base. Alle Elemente verbinden sich nun zu einer homogenen Oberfläche. Sind Sand, Steine oder überschüssiger Kleber an den Rand der Base gelangt, sollte man diese mit dem Finger abstreichen. Die Base dabei immer waagerecht halten, da sonst der Kleber und Sand von der Base fließt. Bis alles durchgetrocknet ist, können etliche Stunden vergehen, die Bemalung sollte also erst am nächsten Tag erfolgen.

Die unterschiedlichen Körnungen im Vergleich.

Erst wird der Leim in Streifen zwischen den Figuren aufgetragen und dann mit Pinsel oder Zahnstocher verteilt.

Schritt 1: kleine Steine in den Leim setzen.

Schritt 2: groben Sand partiell aufstreuen.

Schritt 3: alles flächig mit Sand bestreuen.

Material – Multibasen

Für die Herstellung der Multibasen verwende ich dünne, weiße Polystyrol-Platten, auch häufig als Plasticard bezeichnet. Dieses Material hat wenig Gewicht, ist wasserfest und leicht zu bearbeiten. Die Platten sollten eine Stärke von 1 bis max. 2,5 mm haben. Ich verwende meist 2 mm starke Platten, da diese dann noch problemlos an den Kanten angefasst werden können. Zu dünne Platte könnten sich außerdem beim Trockenvorgang des Leims an den Seiten hochbiegen. Da ich meine Armeen auch ständig transportieren muss, klebe ich zusätzlich unter jede Base Magnetfolie (0,85 mm stark). So kann ich die Basen in Metalldosen stellen und sicher transportieren. Man sollte die Magnetfolie mit einer farbigen Oberfläche und nicht in schwarzer Farbe kaufen, da man sonst häufig die Oberfläche mit der schwarzen, magnetischen Unterseite verwechselt. Außerdem kann man auf den hellen, farbigen Flächen mit Bleistift eingezeichnete Linien besser erkennen. Die Polystyrol-Platte und die Magnetfolie kann man z. B. günstig bei modulor.de kaufen. Zur Bearbeitung der Polystyrol-Platten und Magnetfolie verwende ich einen Bleistift, Metall-Lineal, Cutter-Messer und Schneidmatte. Für die großen, runden Mulitbasen benötigt man eine stabile Schere, Kreisschablonen sowie Schleifpapier. Alle weiteren Materialien sind mit der Liste für die Einzelbasen identisch.

⦁ Polystyrol-Platten
⦁ Magnetfolie
⦁ Cutter-Messer
⦁ Bleistift / Metall-Lineal
⦁ Stabile Schere
⦁ Kreisschablonen
⦁ Schleifpapier
⦁ Fugenleim
⦁ kleine Steinchen
⦁ grober Sand
⦁ Sand
⦁ Pinsel
⦁ Grasstreu / Grasbüschel

Herstellung Multibasen

Zunächst müssen aus den großen Polystyrol-Platten und der Magnetfolie die Basen geschnitten werden. Ich zeichne mit dem Bleistift die gewünschten Maße auf die Platte / Folie. Die Polystyrol-Platten werden dann mit der Spitze des Cutter-Messers und mit leichtem Druck an der eingezeichneten Schnittkanten eingeritzt. Nun lässt sich die Platte an lang der eingeritzten Linie leicht brechen. Auf diese Weise erhält man schnell die Basen mit sehr exakten Maßen und Kanten. Die Magnetfolie wird mit leichtem Druck mehrfach an den eingezeichneten Schnittkante eingeritzt, bis das Material durchtrennt wurde. Nun ritze ich mit dem Cutter die Ober- und Unterseite der Polystyrol-Platten und der Magnetfolie rautenförmig ein. Dabei zieht man mit dem Cutter erst Linien diagonal nebeneinander in die Oberfläche und kreuzt diese dann diagonal mit Linien in die andere Richtung. Durch diese aufgeraute Oberfläche wird die Klebe-Verbindung zwischen Polystyrol-Platte und Magnetfolie sowie zwischen Polystyrol-Platte und Figurenbase wesentlich gestärkt. Die Unterseite der Magnetfolie (also die magnetische Fläche) muss zwar nicht verklebt werden, hier hat die raue Struktur aber eine andere Funktion. Stellt man Figurenbasen an Hänge von Spielfeldhügel, rutschen diese häufig durch die glatte Unterseite der Basen hinunter. Die raue Unterseite verhindert das. Einige Tabletop-Spieler verwenden statt des Rautenmusters auch grobes Schleifpapier, welches auf die Unterseite der Base geklebt wird.

Runde Basen sind etwas schwieriger in der Herstellung. Zunächst benötigt man eine Kreisschablone (gekaufte Base, Glas o. ä.). Mithilfe der Schablone werden jetzt Kreise auf die Polystyrol-Platten gezeichnet. Die Kreise werden nun sorgfältig mit einer stabilen Schere ausgeschnitten. Die dabei unvermeidlichen groben Kanten werden abschließend mit einem Schleifpapierblock geglättet.

Nun werden die Figuren auf die Base geklebt. Allerdings verwendet man bei Multibasen nur fertig bemalte Miniaturen, da ein nachträgliches Bemalen der Figuren kaum noch möglich ist.

Nach dem „besanden“ (rechts) werden die Figuren „grundiert“ (links). Bei der Reiterfigur ganz links habe ich aus optischen Gründen auch die hohe, abgeschräkte Base „besandet“.

Bemalung

Die Bemalung der Basen beginnt mit dem Auftragen einer Grundfarbe für den Untergrund. Der Farbton dieser Grundfarbe sollte möglichst zur Spielplatte passen. Helle Braun- oder Sandtöne sind dabei natürlich vorherrschend. Nachdem die Farbe gut getrocknet ist, bürste ich mich mit der Drybrush-Technik über die raue Oberfläche der Base. Ich verwende dabei einen deutlich helleren Farbton. Abschließend bürste ich noch mit einem leicht abgedunkelten Weiß ganz leicht über ausgewählte Bereiche, wie sehr große Steine und den Randbereich der Base. Die Bemalung der Oberfläche bei Multibasen ist relativ schwierig und gerade beim Drybrush wird ab und zu auch etwas Farbe auf die Füße und Beine der Figur gelangen. Das ist aber sogar von Vorteil, da so ein automatische „Weathering“ mit Staub und Dreck erfolgt.

Grasstreu

Außer bei Basen, die eine offene Sand- oder Steinwüste (und Ähnliches ohne Vegetation) darstellen sollen, wird nun Grasstreu aufgebracht. Grasstreu gibt es in unterschiedlichen Farben und unterschiedlichen Längen. Wer etwas mehr Geld oder Aufwand investieren möchte, kann auch gekaufte oder selbst hergestellte Grasbüschel verwenden. Das lohnt sich vor allem, wenn man eine Landschaft mit sehr spärlichen Bewuchs darstellen will. Aufwendiger, aber bei Darstellung von unkultivierter Vegetation realistischer, ist die Verwendung von unterschiedlichen Grasstreu-Längen. Dabei sollte das unterschiedliche Streu aber nicht gemischt, sondern getrennt voneinander und in zwei Arbeitsschritten aufgebracht werden.

Mit einem leicht feuchtem Pinsel bringe ich an einigen Stellen, vor allem rund um die kleinen und großen Steinchen (hier sammeln sich in der Natur häufig die Samen von hohen Gräsern) Leimflecken auf. Ich verwende hierbei wieder den schon erwähnten Weißleim.

Auf den feuchten Leim streue ich nun reichtlich Grasstreu und drücke dies fest in den Leim. Für diesen Vorgang verwende ich eine gebogene Zahnarztpinzette. Mit diesem Instrument lässt sich das Grasstreu gut dosieren und auch festdrücken, ohne das man das Werkzeug wechseln muss. Nun klopft man das überschüssige Streu ab und pustet von allen Seiten kräftig über die Base. Durch das Abklopfen und Pusten wir nicht nur überschüssiges Streu entfernt, die Grasfasern richten sich auch etwas auf. Bei sehr langen Grasfasern funktioniert das nicht so gut, weshalb man die Fasern dann vorsichtig mit der Pinzette oder einem Zahnstocher aufrichten sollte.

Es gibt sicher vielen andere Wege und Methode der Basengestaltung und Herstellung. Schreibt mir doch bitte in die Kommentare eure Tipps und Tricks zu diesem Thema. Danke!

2 Kommentare zu „BasengRößen und Basengestaltung“

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