Wings of Glory WWI – 2. Runde

Bei Wings of Glory – 1. Weltkrieg geht es bei mir in die zweite Runde. Neben den eindrucksvollen Bombern sind bei mir weitere Jagdflieger und dadurch auch weitere Regeln eingetrudelt. Zudem bereite ich ein paar Sperrballone vor und der Luftkrieg über London wurde eingeläutet. Natürlich habe ich mich mit ein wenig Literatur eingedeckt und einen ganz kleinen Museumstipp gibt es auch noch. Aber der Reihe nach…

Bomber

Beginnen wir mit den Bombern und hier gleich mit dem ganz dicken Ding, dem Zeppelin Staaken R.VI, einem sogenannten Riesenflugzeug. Dieser deutsche Bomber hatte eine unglaubliche Spannweite von 42,2, Metern und eine Bestatzung von 7 bis 10 Mann. Angetrieben wurde der Bomber durch vier flüssiggekühlte Mercedes-D-IVa Sechszylinder Reihenmotoren mit je 260 PS. Die Bewaffnung bestand aus 4 bis 7 x 7,92 mm Parabellum LMG 08/15 Maschinengewehren und bis zu 2.000 kg Bombenlast. Von der R.VI wurden insgesamt 18 Maschinen gebaut. Die Staaken R.VI wurden zusammen mit der Gotha G.IV ab 1917 vor allem bei Bombenangriffen gegen London eingesetzt. Die Angriffe hatten eine beträchtliche psychologische Wirkung, konnte aber kaum Schaden an Gebäuden und Infrastruktur anrichten.

Die Wings-of-War Regeln für diesen Bomber sind natürlich äußerst umfangreich. Neben der üblichen Flugzeugkarte gibt es für mehrmotorige Flugzeuge auch eine Verwaltungskarte, auf der die Position der Bewaffnung und der Besatzungsmitglieder festgehalten wird. Besatzungsmitglieder können außerdem verschiedene Rollen einnehmen, wie Bordschütze oder Mechaniker.

Das britische Royal Flying Corps setzte vor allem die Bomber vom Typ Handley PageO/100 und Handley Page O/400 ein. Den ersten Kampfeinsatz flog eine O/100 in der Nacht zum 16. März 1917, die ersten Maschinen des Typs O/400 wurden im April 1918 an der Westfront eingesetzt. Der britische Bomber hatte eine Spannweite von 30,48 m, wurde von zwei Rolls-Royce Eagle V12-Motoren angetrieben und hatte eine Besatzung von 4 Mann (Pilot, Kopilot, Beobachter, Bordschütze). Der Handley Page O/400 war mit 3 bis 5 Lewis-Maschinengewehre (7,7 mm) bewaffnet und konnte eine Bombenlast von bis zu 900 kg mitführen.

Die Modelle der beiden Bomber von Wings of Glory sind wirklich zwei Schmuckstücke und bieten im Spiel gleich eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten und Szenarien. Auch wenn die Bombers-Sets nicht ganz günstig sind, habe ich den Kauf nicht bereut.

Über London

Mit dem Modell des Zeppelin Staaken R.VI erhält man auch eine sehr schöne Battlemap von London. Das zweiseitig bedruckte „Poster“ zeigt das Zentrum und den Hafen von London. Natürlich sind in einem kleinen beiliegenden Regelwerk auch Szenarien für die „Bombardierung!“ von London enthalten.

Neue Flieger, neue Regeln

Neben einer ganzen Reihe von neuen deutschen Jagdflugzeugen, habe ich mir auch eine französische Nieuport 11, von den Briten auch Nieuport Baby genannt, zugelegt. Einige dieser Flugzeuge, so auch mein Modell, wurden zusätzlich mit Le-Prieur-Raketen zur Ballonabwehr ausgerüstet. Die einfachen Raketen, die nur aus einem Stock und Kopf bestanden, wurden durch einen elektrischen Mechanismus abgefeuert. Die Raketen wurden ab Frühjahr 1916 im Kampf eingesetzt und erst mit der Entwicklung von Brandmunition stellte man den Einsatz ein. Natürlich gibt es für diese Waffen ebenfalls eigene Regeln bei Wings of Glory.

Um die Raketen und Brandgeschosse jedoch sinnvoll einsetzen zu können, benötigt man natürlich auch Ballone. Aber da gibt es ein Problem…

Ballone

Es gibt zwar im Regelwerk Wings of Glory sehr umfangreiche Regeln und Szenarien für Sperr- und Beobachtungs-Ballone, jedoch gibt es bisher keine Modelle, die man käuflich erwerben kann. Mit dem alten Regelwerk Wings of War sind einige sehr schöne Ballon-Modelle erschienen, doch diese sind (nicht einmal gebraucht) mehr erhältlich. Zum Glück habe ich einen 3D Drucker und schon nach kurzer Suche bei Thingiverse wurde ich fündig. Hier gab es Dateien für den frühen Drachenballon und auch die verbesserte Variante des Caquot-Ballons, die sowohl die Deutschen als auch die Franzosen verwendeten.

Die neuen Regeln sind, wie erwähnt, im Wings of Glory Regelwerk enthalten, aber auch die alten Regeln von Wing of War sind noch als freier Download erhältlich: https://images-cdn.fantasyflightgames.com/ffg_content/wings-of-war/support/wow-balloon-busters-rules.pdf

Es gibt Gerüchte, dass die Ballon-Modelle im Jahr 2021 neu aufgelegt werden sollen. Schauen wir mal…

Literatur

Als Einstieg in das Thema habe ich mir zwei Zeitschriften für kleines Geld, jeweils rund 5 bis 6 Euro, zugelegt. Es handelt sich um das Flugzeug Classic Special 12 und 14, welche ausführlich die Militärflugzeuge des 1. Weltkriegs beleuchten. Auch das gebundene Buch „Aircraft of World War I 1914 – 18“ von Jack Herris und Bob Pearson gibt einen hervorragenden Überblick über alle Maschinen der verschiedenen Nationen. Besonders ansprechend sind die farbigen Zeichnungen zu jedem Flugzeugtyp. Etwas spezieller wird es mit dem Buch „Deutsche Flugzeuge im Ersten Weltkrieg“ von Jörg Mückler, dass vielleicht etwas sperrig geschrieben ist, aber auch Nebenschauplätze und Themen, wie Organisation, Zeppeline und Wasserflugzeuge beschreibt.

Museum

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von kleinen und großen Museen, in denen man mehr zum Thema Militärflugzeuge im 1. Weltkrieg erfahren und Ausstellungsstücke bestaunen kann. Eines dieser kleinen Museen ist das Luftfahrtmuseum Wernigerode. In diesem Privat-Museum erhält man eine Art Querschnitt durch die Geschichte der Militärluftfahrt. Die Sammlung zum Thema erster und zweiter Weltkrieg ist klein, aber fein. Highlight des Museums ist für mich der der Flugsimulator einer BF 109. Man sitzt dabei in einem nachgebildeten Cockpit und erhält von einem „Fluglehrer“ eine Einweisung in die Bedienung der Maschine, probt Start und Landung sowie den Flug unter eine Brücke hindurch. Klasse!

Forum und mehr

Wer mehr über Wings of Glory wissen möchte, kann sich auf dieser Fan-Page umschauen, welche als erste Anlaufadresse für alle Spieler weltweit gilt: https://www.wingsofwar.org/forums/content.php

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