Blüchers Sturz bei Ligny – 16. Juni 1815

Zwei Tage vor dem großen Finale der Napoleonischen Kriege, der Schlacht von Waterloo, fanden am 16. Juni 1815 die Schlachten von Quatre Bras und Ligny statt. Napoleon hatte die Grenze überschritten und war mit seiner Armee in Richtung Brüssel marschiert. Wie geplant, traf er bei Quatre Bras auf die Anglo-Alliierte Armee und etwas weiter östlich, bei Ligny, auf die Preußen unter dem Kommando des Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, dem Fürsten von Wahlstatt. Während Marschall Ney den Kampf bei Quarte Bras leitete, führte Napoleon seine Korps gegen die Preußen. Nach äußert blutigen Kämpfen, die zum großen Teil in Ligny selbst und den umliegenden Dörfer ausgefochten wurden, neigte sich der Tag langsam dem Ende und es schien, als ob eine Niederlage der Preußen unabwendbar war. Blücher hatte kaum noch Reserve. Ihm blieben nur die 32 Schwadronen der Kavallerie-Reserve. Die 6. Ulanen, die aus den Reitern des Freikorps Lützow gebildet worden waren, führten die erste Attacke an. Die Reiter trafen jedoch auf die 4. Gardegrenadiere, die den Angriff der Ulanen mit einigen Salven zum Stehen brachten. Hierbei wurde auch ihr Kommandeur, Major Lützow verwundet und von den Franzosen gefangen genommen. Die weiteren preußischen Kavallerie Regimenter wurden von einem Flankenangriff französischer Kürassiere getroffen und zurückgeworfen.

Nun führte der 73-jährige Blücher selbst die zurückflutenden Reiter erneut ins Gefecht. Doch auch diesem Angriff folgte ein Gegenstoß der schweren französischen Kavallerie. Als Blücher die 9. Kürassiere auf sich zustürmen sieht, versucht er noch zu entkommen. Sein Schimmel, ein Geschenk des Prinzregenten von England, wird jedoch von einer Kugel getroffen, stürzt zu Boden und begräbt den Feldmarschall unter sich. Auch das Pferd seines Adjutanten, dem Grafen August Ludwig von Nostitz, wird getötet, er selbst bleibt jedoch unverletzt. Allein schafft es Notstitz jedoch nicht, den bewusstlosen Blücher unter dem toten Pferd herauszuziehen und so steht er zunächst mit geladener Pistole neben dem Gestürzten, bereit den Feldmarschall gegen die feindlichen Reiter zu verteidigen.

Sie haben jedoch Glück, obwohl der Kampf weiter um sie herum tobt und die französischen Kürassiere zwei Mal unmittelbar an ihnen vorbeireiten, bleiben sie unbehelligt. Endlich gelingt es Nostitz einige preußische Reiter auf sich aufmerksam zu machen. Mit Hilfe von Major von dem Bussche-Ippenbürg, dem Kommandeur einer Eskadron des Elbe-Landwehr-Kavallerie-Regiments, dem Ulanen-Unteroffizier Schneider und dem Dragonergefreiten Seidel gelingt es, den immer noch bewusstlosen Blücher zu befreien und in Sicherheit zu bringen. Die Schlacht von Ligny geht jedoch verloren und Napoleon kann seinen letzten Sieg feiern. Doch schon zwei Tage später kann Blücher seine Preußen zur Schlacht von Belle Alliance – oder Waterloo, wie es von den Briten genannt wurden – führen.

Die kleine Figurengruppe im Maßstab 1/72 stammt von Art Miniaturen und ist unverkennbar der hier gezeigten Zeichnung nachempfunden.

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