Uniformen und Ausrüstung der Britischen Infanterie im Sudan 1884 – 1885 (Teil 3)

In diesem Teil des Berichts sind alle britischen Infanterie Einheiten der Sudan Kampagnen von 1884 bis 1885 aufgelistet und ihre Uniform- und Ausrüstungsbesonderheiten aufgeführt.

Das 1. Bataillon der Scots Guards landet am 12. August 1882 in Alexandria

SUAKIN KAMPAGNE 1884

Einheiten

  • 1. / Black Watch (Royal Highlanders) (42nd)
  • 3. / Kings Royal Rifle Corps (60th)
  • 1. / York and Lancaster (65th)
  • 1. / Gordon Highlanders (75th)
  • 2. / Princess Victoria’s Regiment (Royal Irish Fusiliers) (89th)
  • Royal Marine Light Infantry

Anmerkungen zur 1884 Suakin-Kampagne

Es gibt einige Zeichnungen von Melton Prior, die Einheiten, wie die Gordon Highlander und das York & Lancaster, mit Helmen zeigen, die eine Messingspitze aufgeschraubt haben. Neben diesen Hinweisen gibt es jedoch keine weiteren Quellen dazu.

Neben den Einheiten der Infanterie, ist in der Auflistung auch die Royal Marine Light Infantry aufgeführt. Diese Einheit gehörte zwar nicht zur Britischen Armee, trug aber die gleiche Uniform, Ausrüstung und Bewaffnung.

1. / Black Watch (Royal Highlanders) (42nd)

Die Black Watch kämpfte bei El Teb und Tamai (Suakin Kampagne / 1884) und nahm 1885 auch an der Schlacht von Kirkeban (Nil Kampagne / 1885) teil, wo sie zum letzten Mal ihre rote Uniform im Gefecht verwendete.

Das 1. Bataillon der Black Watch wurde 1884 mit der grauen Serge Uniform ausgestattet. Hier wurde natürlich die Uniformjacke mit abgerundeter, offener Knopfleiste für Einheiten mit Kilt verwendet. Die Black Watch trug noch das P1870 Koppeltragegestell. Die Kilts zeigten das Government oder „Black Watch“ Tartan, während die Dudelsackspieler das Royal Stewart verwendeten. Zum Kilt wurden wie üblich Hoses, Spats und schwarze Schuhe getragen. Alle Männer der Black Watch hatten an ihrem Helm den traditionellen roten Federstutz gesteckt, der ihnen seit der Schlacht von Geldermalsen im Jahr 1795 zugestanden wurde. Das Regiments-Abzeichen am Kragen, Glengarry und Sporran zeigten St. Andrew der sein Kreuz hält. Der Sporran war weiß mit 5 schwarzen Quasten (2 über 3) in Messinghülsen und wurde von einem für Unteroffiziere und Mannschaften geschwärzten Metallschild und in Messing für Offiziere gehalten.

Nach dem Ende des Feldzuges 1885 kehrte die Einheit nach Ägypten zurück und trat dann ihren Dienst auf der Mittelmeerinsel Malta an.

3. / King’s Royal Rifle Corps (60th)

Das KRRC wurde nur in der ersten Suakin Kampagne von 1884 eingesetzt und kämpfte dort in der Schlacht von El Teb und Tamai.

Die Männer des KRRC trafen über Ägypten im Kampfgebiet ein und waren aus diesem Grund auch mit den grauen Serge Uniformen versehen worden. Wie auch die meisten anderen Infanterie Einheiten, trugen sie keine Gamaschen. Das 3. Bataillon war noch mit dem P1970 Koppeltragegestell ausgestattet, wobei das Hüftkoppel den für leichte Truppen üblichen S-Hakenverschluss besaß. Aufgrund ihres Status als Schützeneinheit, waren das KRRC mit dem P1860 Schwertbajonett ausgestattet und verwendeten schwarzes Lederzeug, schwärze Uniformknöpfe, sowie einen schwarzen Proviantbeutel. Auch der Riemen für die Wasserflasche war aus schwarzem Leder gefertigt. Die Glengarry Lagermütze war dunkelgrün, mit einem schwarzen Stoffball und einem geschwärztem Regimentsabzeichen. Viele Soldaten des KRRC trugen einen improvisierten Nackenschutz aus Handtüchern oder anderen Stoffresten.  Das Regimentsabzeichen war ein geschwärztes Tatzenkreuz.

Nach der Kampagne von 1884 kehrte das Bataillon nach Ägypten zurück und wurde dann nach Zypern verlegt.

Männer des King’s Royal Rilfe Corps 1882 in Ägypten

1. / York and Lancaster Regiment (65th)

Das York & Lancaster wurde nur in der ersten Suakin Kampagne von 1884 eingesetzt und kämpfte dort in der Schlacht von El Teb und Tamai.

Da die Einheit aus Aden nach Suakin beordert wurde, trugen Offiziere und Mannschaften eine Khaki Drill Uniform, sowie einen Helm mit Schutzüberzug in der gleichen Farbe. Mit dem Helm wurde auch die Messingkinnkette getragen, die jedoch diagonal über die Frontseite des Helms hochgehängt war. Die Mannschaften und Unteroffiziere verwendeten helle Wickelgamaschen, während die Offiziere dunkelblaue trugen. Alle waren mit weißem Lederzeug ausgestattet und hatten eine dunkelgraue oder dunkelblaue Mantelrolle, die über die linke Schulter lief. So verstaut, war die Mantelrolle beim Anlegen des Gewehrs nicht im Weg. Das 1. Bataillon des York und Lancaster verwendete als einzige Einheit kein Koppeltragegestell, sondern noch einen völlig veraltete Ausrüstung. Es wurde nur ein Hüftkoppel mit einer halbmondförmigen weißen Kugeltasche von 1859 und eine schwarze Patronentasche am separaten Bandelier über der linken Schulter getragen. Diese Ausrüstung wurde eigentlich zusammen mit dem Enfield Gewehr von 1853 verwendet und so musste die Patronentasche umgearbeitet gewesen sein. In Suakin erhielt die Einheit die Feldflasche P1873 Mk I, Italian Pattern. Das Regimentsabzeichen war eine Tiger, darüber eine Rose und Krone.

Nach den Schlachten von El Teb und Tamai kehrte das Bataillon nach 30 Jahren Abwesenheit nach England zurück.

1. / Gordon Highlanders (75th)

Das 1. Bataillon der Gordon Highlanders wurde mit der grauen Serge Uniform ausgerüstet und verwendete diese während der gesamten Kampagne. Der Kilt war im Gordon Tartan gefertigt und dazu wurde die übliche Uniformjacke für Regimenter mit Kilt, Hoses, Spats und schwarze Lederschuhe getragen. Die Glengarry Lagermütze hatte das für schottische Einheiten typische rot-weiß-grüne Würfelband. Der Sporran war weiß mit zwei langen schwarzen Quasten nebeneinander. Der Metallschild des Sporran hatte man für Unteroffiziere und Mannschaften geschwärzt und für Offiziere gab es eines aus blankem Messing. Das Regiment war außerdem eines der ersten, die 1884 zu Beginn der Kampagne schon mit dem P1882 Koppeltragegestell ausgerüstet wurden. In den Schlachten von El Teb und Tamai trug die Einheit den Mantel gerollt auf dem Rücken, in Höhe der Hüfte. Darüber war das Essgeschirr im Futteral festgeschnallt.

Nach dem Ende des Nil-Feldzuges 1885 kehrte die Einheit nach Ägypten zurück und trat dann ihren Dienst auf der Mittelmeerinsel Malta an.

2. / Princess Victoria’s Regiment (Royal Irish Fusiliers) (89th)

Das Bataillon wurde auf dem Rückweg aus Indien in den Sudan beordert. Es trug deshalb die typische Kkaki Drill Uniform und helle oder dunkelblaue Wickelgamaschen. Die Männer waren mit dem P1870 Koppeltragegestell ausgerüstet.

Nach dem Einsatz im Sudan wurde das Bataillon nach Cork und Colchester verlegt und blieb dort bis zum Beginn des Burenkrieges.

Royal Marine Light Infantry

Ab 1855 wurde die als Royal Marines bezeichnete Einheit in die Royal Marine Light Infantry (auch als „Red Marines“ bekannt) umbenannt. Ihr war eine Rolle als Plänkler für die Infanterie Einheiten der Seeleute zugedacht und wurde von der Royal Navy quasi als „Privat“-Armee eingesetzt. Als leichte Infanterie war die Royal Marine Light Infantry nach dem Muster der Füsiliere organisiert. Die Royal Marine Artillery (auch als „Blue Marines“ bekannt) wurde 1859 aufgestellt. Eine Marine-Brigade aus 150 Seeleuten und 400 Royal Marines von den Schiffen HMS Hecla, Dryad, Briton, Carysfoot und Euryalus wurde für die Operationen im Sudan in Suakin angelandet. Die Royal Marines dienten dabei sowohl als Infanterie (Suakin Kampagne /1884 und 1885), als auch beritten, in Kamel-Einheiten der Desert Column (Nil Kampagne / 1885). Die RMLI wurde also durchgehend in allen Kampagnen von 1884 und 1885 eingesetzt. Sie kämpfte bei El Teb und Tamai, dann mit der Dessert Column bei Abu Klea und Abu Kru, sowie 1885 bei Hashin und Torfek.

Soldaten der Royal Marine Light Infantry werden 1884 in Richtung Sudan verschifft.

Die Royal Marines Light Infantry (RMLI) erhielten ebenfalls die grauen Serge Uniformen. Die Soldaten trugen noch die alten P1870 Koppeltragegestelle, jedoch mit den neuen Patronentaschen. Lederzeug, sowie die Helme waren mit Pfeifenton geweißt und nicht wie üblich abgedunkelt. Die Rangabzeichen der Unteroffiziere wurden an beiden Ärmeln getragen. Die RMLI verwendeten als Lagermütze die blaue Glengarry mit rotem Stoffball. Offiziere trugen die vorgeschriebene Lagermütze mit Augenschirm und rotem Band. Alle Unteroffiziere und Mannschaften waren mit dem Martini-Henry Gewehr ausgestattet und erhielten vermutlich das P1860 Schwertbajonett, welches normalerweise nur für höhere Unteroffiziersdienstgrade vorgesehen war.

Die Uniform und Ausrüstung der Royal Marine Artillery war identisch, nur die Lagermütze war die „pillbox“ mit gelbem Band (Gold für Offiziere) und mit einer kleinen Granate als Abzeichen.

NIL KAMPAGNE 1884-85

Einheiten

  • 1. / The Princess of Wales’s Own (West Yorkshire Regiment) (14th)
  • 2. / Royal Irish Regiment (18th)
  • 1. / Royal Sussex Regiment (35th)
  • 1. / South Staffordshire Regiment (38th)
  • 1. / Black Watch (Royal Highlanders) (42nd)
  • 2. / Duke of Cornwall’s Light Infantry (DCLI) (46th)
  • 1. / Berkshire Regiment (49th)
  • 1. / Queens Own (Royal West Kent Regiment) (50th)
  • 2. / Essex Regiment (56th)
  • 1. / Gordon Highlanders (75th)
  • 1. / Queen‘s Own Cameron Highlanders (79th)
  • 2. / Durham Light Infantry (106th)

Anmerkungen zur 1884-85 Nil-Kampagne

Im Lager und bei Lagerarbeiten wurde statt der Uniformjacke oft nur ein graues Flanell-Hemd mit Hosenträgern verwendet. Auch die Männer in den Walfänger-Booten ruderten in dieser Ausstattung.

Dieses Foto zeigt den jungen Lieutenant Lloyd des 3. Bataillons der Grenadier Guards bei seinem Aufenthalt in Alexandria.

1. / The Princess of Wales’s Own (West Yorkshire Regiment) (14th)

Diese Einheit kämpfte in der Schlacht von Ginniss am 30. Dezember 1885.

Das Bataillon wurde mit Khaki Drill und dem P1882 Koppeltragegestell ausgerüstet. In der Schlacht von Ginniss trugen die Männer ihre roten Serge Jacken, verwendete aber weiterhin die Khaki Hosen, sowie helle oder dunkelblaue Wickelgamaschen. Das Lederzeug und die Helme waren mit Pfeifenton geweißt. Das Regimentsabzeichen war eine Rose mit einem fahnenschwenkenden Löwen darüber.

Nach der Schlacht von Ginniss blieb das Bataillon noch lange am Nil stationiert und kehrte erst 1889 in die Heimat zurück.

2. / Royal Irish Regiment (18th)

Diese Einheit hatte in Indien den Ruf, das am besten gekleidete Regiment zu sein und auch in Ägypten sollten sie diesem Ruf gerecht werden. Als die Truppe zur Verstärkung der Desert Column in Richtung Gubat geschickt wurde, marschierten die Männer in ihren neuen, von ihrem ehemaligen Kommandeur entworfenen Khaki-Uniformen. Zur Ausstattung gehörten auch ein Helmschutz in Khaki und graue Wickelgamaschen.

1. / Royal Sussex Regiment (35th)

Teile dieses Bataillons wurden 1884 in das Camel Corps integriert und nahmen auch an dem Versuch teil, Karthoum mit Flussdampfern zu erreichen.

Da dieses Bataillon nicht von Beginn an für den Dienst im Camel Corps vorgesehen war, trugen die Männer dieser Einheit die einfache graue Serge Uniform der Linientruppen. Für den Dienst im Camel Coprs wurden an die Männer jedoch blaue Segeltuchgamaschen ausgegeben. Die Soldaten verwendeten jedoch das P1870 Koppeltragegestell. Die Soldaten erhielten zwar rote Uniformjacken, ein Leihgabe der Garde Einheiten, die beim Eintreffen in Karthoum verwendet werden sollte, diese wurde jedoch nie getragen.

1. / South Staffordshire Regiment (38th)

Das 1. South Staffordshire wurde 1885 von Malta in den Sudan beordert und bildete dort einen Teil der River Column.

Diese Einheit erhielt die graue Serge Uniform und verwendete das neue P1882 Koppeltragegestell.

Die Soldaten erhalten vor Ort zusätzliche Ausrüstung.

Während ihre Einsatzes bei der Schlacht von Kirbekan am 10. Februar 1885 trugen die Soldaten ihre rote Uniformjacke (undress frock) aber wohl nicht die blaue Uniformhose, sondern die graue aus Serge Stoff. Das Abzeichen am Kragen und am Glengarry war der sogenannte Stafford Knoten.

Im Jahr 1886 wurde das Regiment nach Gibraltar verleget.

1. / Black Watch (Royal Highlanders) (42nd)

Während des Dienstes in den Booten der River Column wurden graue Flanellhemden und Trews getragen, die zum Ende der Kampagne allerdings arg zerschlissen waren.

2. / Duke of Cornwall’s Light Infantry (46th)

Dieses Bataillon war der 1884-85 der River Column zugeteilt, nahm aber an keinen Kampfhandlungen teil.

Das 2. Bataillon der DCLI kehrte 1886 nach Devonport zurück.

1. / Princess Charlotte of Wales (Berkshire Regiment) (49th)

Diese Einheit kämpfte Ende 1885 bei der Schlacht von Ginniss und trug dort, wie auch alle anderen Britischen Regimenter, ihre roten Serge Frocks. Vermutlich waren die Männer mit dem P1882 Koppeltragegestell ausgestattet.

Nach der Schlacht von Ginniss ging eine Hälfte des Bataillons nach Malta und die zweite Hälfte nach Zypern.

1. / Queens Own (Royal West Kent Regiment) (50th)

Diese Einheit kämpfte Ende 1885 bei der Schlacht von Ginniss und trug dort, wie auch alle anderen Britischen Regimenter, ihre roten Serge Frocks. Vermutlich waren die Männer mit dem P1882 Koppeltragegestell ausgestattet. Das Regimentsabzeichen war das weiße springende Pferd von Kent

2. / Essex Regiment (56th)

Für diese Einheit sind mir keine Einzelheiten über die Uniformierung und Ausrüstung bekannt.

1. / Gordon Highlanders (75th)

Für diese Einheit sind mir keine Einzelheiten über die Uniformierung und Ausrüstung bekannt.

1. / Queen’s Own Cameron Highlander (79th)

Da die Cameron Highlander nicht rechtzeitig eintrafen, nahmen sie nicht an der Nil-Kampagne von 1885 teil. Sie wurde allerdings als Teil Frontier Field Force an der Grenze zwischen Ägypten und dem Sudan eingesetzt. Sie kämpften dort bei der Verteidigung von Fort Kosheh und in der Schlacht von Ginniss.

Im normalen Felddienst trugen die Soldaten die Khaki Drill Uniform und verwendeten nur in der Schlacht von Ginniss ihre roten Uniformjacken. Mit der roten Jacke wurde auch der Kilt im Erracht Tartan getragen. Der Sporran war schwarz mit zwei langen weißen Quasten. Ungewöhnlich waren die rot-grünen Hoses, die von den Cameron Highlandern getragen wurde. Das Abzeichen am Kragen war die schottische Diestel. Die Einheit war mit dem P1882 Koppeltragegestell ausgerüstet.

Im April 1886 kehrte das Bataillon nach Kairo zurück.

2. / Durham Light Infantry (106th)

Diese Einheit kämpfte Ende 1885 bei der Schlacht von Ginniss und trug dort, wie auch alle anderen Britischen Regimenter, ihre roten Serge Frocks. Vermutlich waren die Männer mit dem P1882 Koppeltragegestell ausgestattet. Das Regimentsabzeichen war ein silbernes Horn, darüber die Abkürzung DLI und eine Krone.

Das 2, Bataillon ging 1887 nach Indien.

Royal Marine Light Infantry

Während ihres Einsatzes im Camel Corps wurde von der RMLI weiterhin das P1870 Koppeltragegestell und die grauen Uniformjacken verwendet, allerdings erhielten die Soldaten die beigefarbenen Bedford Reithosen und blaue Wickelgamaschen.

SUAKIN KAMPAGNE 1885

Einheiten

  • 3. / Grenadier Guards
  • 1. / Coldstream Guards
  • 2. / Scots Guards
  • 1. / Berkshire Regiment (49th)
  • 1. / Shropshire Light Infantry (53rd)
  • 2. / East Surrey Regiment (73rd)
  • 1. / Cameron Highlanders (79th)

Anmerkungen zur 1885 Suakin-Kampagne

Am 10. April 1885 trafen 6.000 pilzförmige Sonnenhüte in Suakin ein, die speziell für diese Kampagne in Indien gefertigt worden waren. Standartmäßig wurden zunächst alle Männer des neu gebildeten Camel-Corps mit dem Sonnenhut ausgestattet, später erhielten auch andere Elemente der Truppen diese Kopfbedeckung.

Guards Brigade

Für die Suakin Kampagne von 1885 wurde eine Garde Brigade, bestehend aus den…

  •  3. / Grenadier Guards
  • 1. / Coldstream Guards
  • 2. / Scots Guards

 …gebildet, die direkt aus England nach Suakin verlegt wurden.

Die Garde verließ England 1885 in ihren roten Home Service Frocks und den dunkelblauen Hosen, sowie dem Foreign Service Helm. In Ägypten erhielten die Soldaten Khaki Drill Uniformjacken und weite Hosen in der gleichen Farbe. Ein Foto einiger Offiziere der 3./Grenadier Guards zeigt verschiedene individuell angefertigte Offiziersröcke. Viele der Jacken sind im Norfolk-Stil gefertigt, haben also vertikale kastenförmige Bundfalten mit Innentaschen. Andere Jacken haben aufgesetzte Brusttaschen mit Klappen und verdeckten Knöpfen. Auch das Schuhwerk ist sehr unterschiedlich, teilweise werden Stiefel, Halbschuhe oder vereinzelt auch Segeltuchgamaschen getragen. Am Kragen sind als Abzeichen Messinggranaten angesteckt. Zusätzlich sind an der Frontseite der Helme die Abzeichen der Feldmützen (Granaten) am Pagri befestigt. Es ist zwar nicht gesichert, ob diese Praxis auch von den Unteroffizieren und Mannschaften, sowie den anderen Garde Regimentern  übernommen wurde, allerdings scheint dies wahrscheinlich. Die Torin Lagermütze der Offiziere hatte bei den Grenadier Guards eine rote Paspel und eine weiße bei den Coldstream Guards. Unteroffiziere und Mannschaften waren mit dem 1882 Koppeltragegestell ausgestattet, verwendeten allerdings keine Rückentasche. Das Lederzeug der Garde wurde während der gesamten Kampagne geweißt und nicht wie üblich naturfarben belassen. Die Offiziere der Garde Brigade verwendeten meist einen zweiten Schulterriemen mit ihrem Sam-Brown-Belt.

Hier sind Offiziere des 3. Bataillons der Grenadier Guards zum Ende der Suakin Kampagne von 1885 zu sehen.

1. / Princess Charlotte of Wales (Berkshire Regiment)

Das Berkshire Regiment trug 1885 sowohl die graue, als auch die neue Khaki Uniform und verwendeten noch das P1870 Koppeltragegestell mit 1877 Patronentaschen. Das Berkshire Regiment hatte geweißte Helme und einen hellgrauen Pargi.

New South Wales Infantry

Diese Einheit traf 1885 im Sudan in ihren roten Uniformen ein. Vor Ort wurde an die Soldaten jedoch die Khaki-Uniform ausgegeben. Die Männer waren außerdem mit dem P1882 Koppeltragestell ausgestattet.

2. / East Surrey Regiment

Für dieses Bataillon liegen keine mir bekannten gesicherten Angaben vor.

Royal Marine Light Infantry

Auch in der Suakin Kampagne von 1885 wurde noch die graue Serge Uniform verwendet. Unklar ist jedoch, ob es sich immer noch um die erste Ausstattung von Anfang 1884 gehandelt hat.

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